Natur und Landschaft haben in der Geschichte der Bestattungs- und Friedhofskultur seit dem 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle gespielt. Der Kieler Gelehrte und Gartentheoretiker C. G. L. Hirschfeld legte im späten 18. Jahrhundert in seinem Werk "Theorie der Gartenkunst" programmatische, später immer wieder zitierte Ausführungen zur Verknüpfung von Landschaftspark und Friedhof vor. In der Gegenwart zählen landschaftlich gestaltete Gräberfelder zu den wichtigsten Trends der Friedhofskultur.
Im frühen 21. Jahrhundert wandelt sich die Bestattungs- und Friedhofskultur durch den Trend zu Naturbestattungen. Neben dem Friedhof wird die freie Natur zum Schauplatz von Beisetzungen. In vielen europäischen Ländern spielen Baum-, Berg-, Flussbestattungen und ähnliches eine immer wichtigere Rolle.
Tier und Mensch
"Die Trauerarbeit um ein Tier ist ein wichtiger Punkt", lautet ein Zitat auf der Homepage Phoenasos. Zu jeder Zeit ein offenes Ohr zu haben und um den Umstand des Schmerzes Bescheid wissen, der durch den Tod eines Haustiers ausgelöst werden kann, ist eine Herzensangelegenheit.
Am 24.5. nahmen acht Mitglieder und Freunde des Förderkreises an einer Besichtigung des neuen Kolumbariums DIE EICHE in Lübeck teil, die vom Eigentümer und Initiator Michael Angern geführt wurde. Schon vor zwei Jahren wurde in dieser Zeitschrift (Nr. 150/2020) über den Umbau des historischen Kornspeichers der Familie Mann an der Untertrave zu einem neuartigen Bestattungsort für Urnen berichtet.
Niendorfer Friedhof in Hamburg
Park- oder parkähnliche Friedhöfe in Großstädten werden häufig für Spaziergänge genutzt, da sie einen Ausgleich zur Hektik des Alltags bieten - eine Oase der Ruhe. So auch der Alte Niendorfer Friedhof....
Der Band bietet zunächst einen systematischen Forschungsüberblick und analysiert den aktuellen Wandel der Bestattungskultur mit ihren zahlreichen Varianten. Dieser wird eingeordnet in einen historischen Überblick mit den wichtigsten Stationen und Zäsuren neuzeitlicher Friedhofs- und Bestattungskultur.
In unserem Alltag sind zunehmend massenmediale Produkte die modernen Übermittler sprachlicher und visueller Darstellungen von Sterben und Tod. Der Tod, der über mediale Bilder vermittelt wird, ist zumeist räumlich weit entfernt, und dennoch ist uns der Tod über diese medialen Bilder scheinbar näher als er es im Alltag im Sinne einer realen Erfahrung ist.
Auch wenn Corona sich immer wieder bemerkbar macht und im Kreis oder Umfeld der Aktiven Krankheitsfälle auftreten, hat sich die Lage insgesamt entspannt. Nachdem im vergangenen Jahr die Zahl der Führungen schon langsam wieder angestiegen war, hat sich die Situation in den letzten Wochen sehr erfreulich entwickelt.
Sei es eine Führung unter dem Titel "Der Ohlsdorfer Friedhof per Rad", eine Fahrradfahrt über den Friedhof, bei der Opfer und Akteure der NS-Zeit im Mittelpunkt stehen oder ein Literarischer Spaziergang über den Friedhof und vieles mehr, für jeden Besucher findet sich die passende Veranstaltung.